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Lonely Wolves – Kurzfilmprogramm

Filme von mit Filmen von Inés Espinosa · Hajni Kis · Jay Bernard · Carson Parish · Martin Edralin · Pol Merchan · Olivia Kastebring, Julia Gumpert & Ulrika Bandeira

Lonely Wolves – Kurzfilmprogramm

Zu Gast: XPOSED International Queer Film Festival

Ein Bär läuft auf und ab, während der andere einfach dasitzt – aber was hat das mit einer Arbeiterin zu tun, die sich verliebt? Was bedeutet es, in einen Käfig gesperrt zu sein, festzusitzen in Körpern, Gender, Begehren, Identitäten – und letztlich auszubrechen? Diese fiktionalen, dokumentarischen und experimentellen Kurzfilme zeigen die Stärke, die darin liegt, wenn sich einsame Wölfe trotz der Angst vor Zurückweisung hervorwagen, und die Kraft, die Menschen in Begegnung und politischer Gemeinschaft finden.

Die Filme

Stereotypy
ein Film von Inés Espinosa, ES 2019, 15 Minuten

Tiere sind in Gefangenschaft – als Resultat einer Entscheidung von Menschen. Eine paranoide Choreografie zeigt ein scheinbar unsichtbares, aber letztlich doch klar zu erkennendes Verhaltensmuster auf und stellt die Freiheitsberaubung in Frage.

Szép alak (Beautiful Figure)
ein Film von Hajni Kis, HU 2016, 17 Minuten

Eine Reinigungskraft in einer Schule verguckt sich in eine der Schülerinnen. Ihre Zuneigung scheint von Anfang an unmöglich, aber sie entscheidet sich trotzdem dafür, ihre Gefühle zu zeigen. Als die beiden einander begegnen, bekommt sie kalte Füße – und muss sich dann doch der Situation stellen.

Something Said
ein Film von Jay Bernard, UK, 2017, 8 Minuten

Das New Cross Fire im Jahr 1981 war eine Tragödie, die das Leben von 13 jungen Schwarzen forderte – und zunächst auf Gleichgültigkeit von Staat, Medien und Polizei stieß. Something Said, heimgesucht von dieser Geschichte, stellt sie in den Zusammenhang mit dem Aufstieg des Rechtsextremismus und der Tragödie von Grenfell – und schreibt einen nachdenklichen Brief an Yvonne Ruddock, die 16 Jahre alt war und deren Geburtstag in der Nacht des Feuers gefeiert wurde. Der Schriftsteller, Performer und Regisseur Jay Bernard unternimmt eine queere Erkundung der Schwarzen britischen Geschichte, und untersucht die Auswirkungen des New Cross Fire auf zwei Ebenen: den größeren sozialen und politischen Brüchen, die auf das Feuer folgten, und den kleineren, individuellen Versuch, die eigene queere Gegenwart mit der Schwarzen radikalen Vergangenheit zu versöhnen.

Be Mine Sometime
ein Film von Carson Parish, US 2014, 5 Minuten

Ein Porträt queerer Femme-Sexualität, das Schwarze und fette Frauen empowert und erotisiert. Zeit für Vintage Leder und femme-to-femme.

Hole
ein Film von Martin Edralin, CA 2014, 15 Minuten

Das gewagte Porträt eines behinderten Mannes voller Sehnsucht nach Intimität in einer Welt, die ihn lieber ignoriert. HOLE, mehrfach ausgezeichnet in Locarno, Clermont Ferrand und den Canadian Screen Awards, ist eine kühne und provokative Studie von Behinderung, Sexualität, Einsamkeit und Lust.

Pirate Boys
ein Film von Pol Merchan, DE 2018, 13 Minuten

Kathy Ackers Texte und ein bedeutendes Porträt von ihr, das vom intersexuellen Fotografen Del LaGrace Volcano aufgenommen wurde, bieten einen Rahmen durch den Trans-Subjektivität und das Queering des Films erforscht werden können. Pol Merchans hybrider Dokumentarfilm bewegt sich fließend von der Dokumentation der Punk-Ära zu einer performativen Exploration mit Geschlecht.

Juck (Thrust)
ein Film von Olivia Kastebring, Julia Gumpert und Ulrika Bandeira, SE 2018, 17 Minuten

„Juck“ ist ein 17 minütiges filmisches Feuerwerk aus Dokumentation, Tanz und Fiktion. Der Film zeigt die weibliche Tanzgruppe „Juck“, die sich 2013 mit einem Video einen Namen machte, das weltweit zum viralen Hit wurde: „Juck“ ist das schwedische Wort für „Hump“. Mit ihrem bahnbrechenden Auftritt haben sie die Grenzen der gesellschaftlich gewohnten Wahrnehmung vom weiblichen Körper verschoben. JUCK hinterfragt die Positionen von Objekt und Subjekt. Sie provozieren, inspirieren und brechen Normen. Der Film wirft die Frage auf: Was ist Weiblichkeit?