Cooking Up Democracy

ein Film von Monika Treut

Deutschland 2026, 87 Minuten, Originalfassung in Mandarin & Englisch mit deutschen Untertiteln

FSK 12

Cooking Up Democracy

ein Film von Monika Treut

Während Demokratien weltweit unter den Polykrisen unserer Zeit straucheln, zeigt sich der kleine Inselstaat Taiwan erstaunlich widerstandsfähig. Weder gesellschaftliche Spaltung, noch der wachsende Druck durch die autoritäre Volksrepublik China scheinen den Glauben der Bürger:innen in ihr Recht auf Mitbestimmung zu schwächen. Gemeinsam mit der ehemaligen Digitalministerin Audrey Tang taucht Monika Treut ein in die aktivistische Szene des Landes, in der Demokratie mehr ist als eine Institution. Anhand des Engagements queerer und feministischer Denker:innen zeigt sich, was gelebte Demokratie in hochtechnisierten Zeiten bedeuten kann. Eine Anleitung zum Nachkochen.

1987 beendeten Taiwaner:innen die knapp 40 jährige Militärdiktatur. 2014 besetzten Aktivist:innen der Sonnenblumenbewegung drei Wochen lang das Parlament und zwangen die Regierung auf die Stimme der Bevölkerung zu hören. 13 Jahre nach „Das Rohe und das Gekochte“ kehrt Monika Treut nach Taiwan zurück –mit dem Anspruch von zivilgesellschaftlichen Akteur:innen zu lernen, was das Geheimnis einer Gesellschaft ist, in der Demokratie noch groß geschrieben wird. „Cooking Up Democracy“ wirft einen Blick auf die Strukturen, die dies möglich machen und stellt fest: Freiheit macht erfinderisch und überbrückt Grenzen – von Teehäusern bis zu digitalen Räumen, von Müttern zu Söhnen, von Coding zu Care-Arbeit.

Trailer

Biografie

Seit knapp 40 Jahren prägt die lesbische Regisseurin, Autorin und Produzentin MONIKA TREUT (Regie, Produktion) mit ihren lustvoll-subversiven Spiel- und Dokumentarfilmen das queere Kino in Deutschland und der ganzen Welt. Geboren am 6. April 1954 in Mönchengladbach, studierte sie in Marburg Germanistik und Politik (Staatsexamen 1978) und promovierte 1984 mit der Dissertation „Die grausame Frau. Zum Frauenbild bei de Sade und Sacher Masoch“. Im selben Jahr gründete sie mit Elfi Mikesch die Hyäne Filmproduktion in Hamburg. Es folgte eine Theaterregie-Assistenz bei Werner Schroeter am Düsseldorfer Schauspielhaus. Als zentrale Figur der freien deutschen Filmszene ging sie Ende der 80er in die USA und gab mit ihrem konventionskritischen Ansatz und ihrer progressiven Perspektive auf lesbisch-schwule Sexualität dem gerade entstehenden New Queer Cinema entscheidende Impulse.
Zu ihrem Werk gehören das sadomasochistische und von der damaligen Presse leidenschaftlich angefeindete Liebesdrama „Verführung: Die grausame Frau“ (1985), das abenteuerliche Sex-Melodram „Die Jungfrauenmaschine“ (1988), die in New York gedrehte Familienkomödie „My Father Is Coming“ (1991), der in San Francisco entstandene und vielfach preisgekrönte trans*futuristische Dokumentarfilm „Gendernauts“ (1999) und das lesbische Coming-of-Age-Drama „Von Mädchen und Pferden“ (2014). Ihre Spiel- und Dokumentarfilme erhielten Preise in Deutschland, Italien, Brasilien, England, den USA und Griechenland. Retrospektiven fanden bisher in Ankara, Bern, Lyon, New York City, Seoul, Hamburg, Bogota, Buenos Aires, Tel Aviv, Cambridge, Bologna, Los Angeles, Toronto, Mexiko City, Lissabon, Thessaloniki, Athen, Sao Paolo, Helsinki, Taipeh, Warschau, Prag und Rio de Janeiro statt. 2017 wurde Treut für ihr Lebenswerk mit dem Special Teddy der Berlinale ausgezeichnet. Zwischen den Filmprojekten unterrichtet sie an Universitäten in Kalifornien und New York und schreibt Beiträge für Bücher und Zeitschriften. An der Universität Hildesheim hat sie zwischen 2018 und 2023 für 6 Semester die Professur für Medien vertreten.

Filmographie (Auswahl)

  • 1985

    „Verführung: Die grausame Frau“ (Buch, Regie und Produktion zusammen mit Elfi Mikesch)

  • 1988

    „Die Jungfrauenmaschine“ (Buch, Regie und Produktion)

  • 1991

    „My Father Is Coming“ (Co-Autorin, Regie und Produktion)

  • 1992

    „Female Misbehaviour“ (KF-Dok.-Programm, bestehend aus „Bondage“, „Annie“, „Dr. Paglia“, und „Max“; Buch, Regie und Produktion)

  • 1994

    „Let’s Talk About Sex / Erotique“ (Kompliationsfilm; Buch und Regie)

  • 1997

    „Didn’t Do It For Love“ (Dok.; Buch und Regie)

  • 1999

    „Gendernauts“ (Dok.; Buch, Regie und Produktion)

  • 2002

    „Kriegerin des Lichts“ (Dok.; Buch, Regie und Produktion)

  • 2005

    „Den Tigerfrauen wachsen Flügel“ (Dok.; Buch, Regie und Produktion)

  • 2005

    „Made in Taiwan“ (Dok. für die 3-sat Reihe „Mädchengeschichten“; Buch, Regie und Produktion)

  • 2009

    „Ghosted“ (Co-Autorin, Regie und Produktion)

  • 2012

    „Das Rohe und das Gekochte“ (Dok.; Buch, Regie und Produktion)

  • 2014

    „Von Mädchen und Pferden“ (Buch, Regie und Produktion)

  • 2016

    „Zona Norte“ (Dok.; Buch, Regie und Produktion)

  • 2021

    „Genderation“ (Dok.; Buch, Regie und Produktion)

  • 2026

    „Cooking Up Democracy“ (Dok.; Regie und Produktion)

Credits

Crew

Regie

Monika Treut

Kamera

Robert Falckenberg

Schnitt

Mari von Deutsch, Mirja Gerle

Musik

Mona Mur

Sound Design

Clemens Endres

Produzent:innen

Dirk Manthey, Hui-Chen Huang, Zed Wang, Tony Su, Monika Treut

Eine Produktion von Dirk Manthey Film und Hyena Films

im Verleih von Salzgeber